UAPs at the United Nations
UAPs at the United Nations

Die Regierung von San Marino will dem UN-Generalsekretär eine globale, jährliche UFO-Konferenz vorschlagen

von Robert Fleischer

Das Parlament von San Marino hat am 19. Januar einem Bürgerbegehren zugestimmt, wonach die Regierung angewiesen wird, den Vereinten Nationen einen Vorschlag zur Schaffung einer „UFO-Abteilung“ zu unterbreiten. Diese neue UNO-Abteilung soll damit beauftragt werden, jedes Jahr eine internationale Konferenz zu organisieren, bei der neue wissenschaftliche Erkenntnisse über UFOs beraten werden. Austragungsort der UN-gesponserten UFO-Konferenz soll San Marino sein. Die Entscheidung wurde von 25 Parlamentsmitgliedern befürwortet, zwei enthielten sich und zwei stimmten dagegen.

San Marinos lange UFO-Geschichte

Die Regierung von San Marino engagiert sich seit Jahrzehnten für UFO-Forschung. Vor 32 Jahren unterstützte und förderte sie offiziell das dort stattfindende Internationale UFO-Symposium, das von dem führenden italienischen UFO-Forscher Dr. Roberto Pinotti seitdem organisiert wird. Viele namhafte Experten haben in den letzten drei Jahrzehnten ihre Forschung dort präsentiert. In den letzten Jahren stellte die Regierung die finanzielle Förderung ein, doch die offizielle Unterstützung blieb.

UFOs nicht das erste Mal bei den Vereinten Nationen

Es wäre nicht das erste Mal, dass UFOs bei der UNO-Generalversammlung besprochen werden. Bereits im Jahr 1978 schlug der Präsident des Inselstaates Grenada die Schaffung einer UFO-Behörde auf Ebene der Vereinten Nationen vor. Doch dieser Vorschlag wurde von den westlichen Großmächten torpediert – vor allem von den USA und Großbritannien. Auch die deutsche UNO-Vertretung sah das Projekt damals kritisch, wie meine Recherche im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes ergab.

Ein neuer Versuch

Im Jahr 1988 unterzeichneten Redner aus 16 Ländern beim UFO-Symposiums in San Marino die sogenannte „San Marino Charta“, in der sie die Regierungen aufforderten, den Vorstoß Grenadas aus dem Jahr 1978 wieder neu zu beleben und sich für eine UFO-Forschungsgruppe auf Ebene der Vereinten Nationen einzusetzen. Daraus wurde nichts. Doch seit 2019 bereitete die Internationale Koalition für Extraterrestrische Forschung (ICER) einen neuen Versuch vor: Projekt Titan. Federführend dabei sind der italienische Forscher Paolo Guizzardi, Beauftragter für internationale Beziehungen beim Centro Ufologico Nazionale, sowie Dr. Roberto Pinotti. Beide sind Mitglied von ICER, einer gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Porto, Portugal, die Forscher und Experten aus 30 Ländern vereint und die Menschheit auf den Erstkontakt vorbereiten will.

Wie Paolo Guizzardi im Interview erklärt, war es zunächst schwierig, die Regierung von San Marino zu dieser Idee zu bewegen. Anfängliche Gespräche mit den beiden Staatsoberhäuptern des Zwergstaates verliefen im Sande. Auch diskrete Hintergrundgespräche mit politischen Entscheidungsträgern brachten keine Fortschritte. Doch eine Online-Petition führte schließlich zum Erfolg. Hierbei nutzte ICER auf ein altes Gesetz, das der Regierung vorschreibt, ein Begehren der Einwohner San Marinos zu verfolgen, wenn das Parlament dem Vorschlag zustimmt.

Die nächsten Schritte

Als nächstes wird das Parlament ein Dekret erlassen, das die Regierung dazu verpflichtet, das Begehren umzusetzen. Dann soll ein Memorandum of Understanding zwischen ICER und der Republik San Marino unterzeichnet werden, das die genauen Handlungen der Regierung festlegt. Die Regierung von San Marino wird daraufhin dem Generalsekretär der UNO einen Vorschlag zur Schaffung einer UN-Behörde unterbreiten, die sich der Organisation jährlich stattfindender UFO-Konferenzen auf dem Territorium San Marinos widmet. Der Vorschlag wird vor Beginn der UNO-Vollversammlung 2023 übermittelt, die Mitte September stattfinden soll. Die Beratung über den Vorschlag wird anschließend in einem noch zu bestimmenden UNO-Ausschuss stattfinden. Schließlich wird dieser UNO-Ausschuss den Vorschlag bei der UNO-Vollversammlung zur Abstimmung vorschlagen. Wenn die Vollversammlung zustimmt, werden bald internationale UFO-Konferenzen auf neutralem Boden stattfinden.

Warum UFOs bald wieder bei den Vereinten Nationen diskutiert werden – Dr. Roberto Pinotti und Paolo Guizzardi im Interview

Ein solches Projekt wäre früher undenkbar gewesen, doch die Zeiten ändern sich. Es ist höchste Zeit, dass dieses wichtige Thema auf allerhöchster politischer Ebene besprochen und gefördert wird.

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