UAPTF Report
UAPTF Report

(mit Übersetzung!) Der Direktor der nationalen Geheimdienste veröffentlichte am späten Nachmittag des 25. Juni den lang erwarteten UFO-Bericht. Hier die wichtigsten Punkte und deutsche Übersetzung.

Der Bericht “Vorläufige Bewertung: Unidentifizierte Luftphänomene” umfasst in der nicht-geheimen, öffentlichen Version lediglich neun Seiten und enthält im Gegensatz zu den ursprünglich geforderten “detaillierten Analysen” aus Geheimdienstdaten lediglich einige oberflächlich umrissene Eckpunkte.

DOWNLOAD UAP TASK FORCE BERICHT (Original): https://www.dni.gov/files/ODNI/documents/assessments/Prelimary-Assessment-UAP-20210625.pdf

DOWNLOAD UAP TASK FORCE BERICHT (Deutsche Übersetzung): https://exopolitik.org/wp-content/uploads/2021/06/Prelimary-Assessment-UAP-20210625-DE.pdf

Der Berichtszeitraum reicht von November 2004 bis März 2021. Es seien 144 Berichte aus Quellen der US-Regierung herangezogen worden, davon seien 80 Fälle mit mehreren Sensoren gleichzeitig erfasst worden. In elf Fällen berichteten Piloten über Beinahezusammenstöße mit UAP. Der Großteil der UAP-Daten stamme von der US-Marine. Nur ein Fall konnte mit Sicherheit identifiziert werden.

“Soziokulturelle Stigmata” sowie Sensorbeschränkungen seien nach wie vor Hindernisse für die Erfassung von UAP-Daten. So sei nur eine begrenzte Anzahl qualitativ hochwertiger Berichte über UAP verfügbar, wodurch “eindeutige Schlussfolgerungen” über die Art und Absicht von UAP nur schwer zu ziehen seien.

Bei 18 UAP-Vorfällen hätten Beobachter ungewöhnliche UAP-Bewegungsmuster oder Flugeigenschaften gemeldet:

“Einige UAP schienen in der Luft stationär zu bleiben, sich gegen den Wind zu bewegen, abrupt zu manövrieren oder sich mit beträchtlicher Geschwindigkeit zu bewegen, ohne erkennbare Antriebsmittel. In einer kleinen Anzahl von Fällen verarbeiteten militärische Flugzeugsysteme Funkfrequenzenergie, die mit UAP-Sichtungen in Verbindung gebracht wurden.”

Es würden sich einige potenzielle Muster abzeichnen. So seien UAP-Sichtungen häufig in der Nähe von US-Trainings- und Testgeländen erfolgt, doch dies könne auch daran liegen, dass dort besonders viele Sensoren und Sicherheitsmaßnahmen existieren.

Es gebe wohl nicht die eine Erklärung für UAP, sondern unterschiedliche.

UAP stellten eindeutig ein Problem für die Flugsicherheit dar und möglicherweise auch eine Herausforderung für die nationale Sicherheit der USA.

Die UAP Task Force ordnet die untersuchten Fälle in fünf Kategorien ein:

  • atmosphärische Störungen,
  • natürliche atmosphärische Phänomene,
  • Entwicklungsprojekte der US-Regierung oder der Industrie,
  • ausländische gegnerische Systeme, und
  • “Sonstiges”.

Letztere Kategorie dient als Auffangbecken für alle Fälle, die zusätzlich analysiert werden müssen. Die Task Force beabsichtigt, ihre weiteren Analysen auf die kleine Anzahl von Fällen zu konzentrieren, in denen ungewöhnliche Flugeigenschaften oder “Signatur-Management” (d.h. beispielsweise fehlende Geräusche, fehlende Abgasfahne, schwere Erfassbarkeit durch Sensoren) auftraten.

Bislang würde nichts darauf hindeuten, dass es sich bei UAP um ausländische Aufklärungstechnologie oder einen großen technologischen Fortschritt eines potenziellen Gegners handele, doch die Task Force gehe diesen Hinweisen nach, “zumal einige UAP in der Nähe von militärischen Einrichtungen oder von Flugzeugen mit den modernsten Sensorsystemen der US-Regierung entdeckt wurden”.

Der Bericht macht klar, dass die Datenlage recht unbefriedigend sei. Man bemühe sich, neben den Daten der Marine auch relevante Informationen der anderen Militärgattungen zu erhalten, insbesondere der US-Luftwaffe. Zudem habe man erst jetzt begonnen, Informationen der US-Luftaufsichtsbehörde FAA zu erhalten. (Tatsächlich war bereits im März 2021 bekannt geworden, dass die UAP Task Force bei der Einholung von Informationen durch andere Militärbehörden “blockiert” oder gar “ignoriert” wurde – vgl. https://www.politico.com/news/2021/03/25/ufo-sightings-report-478104)

Die Meldung von UAP-Sichtungen solle behördenübergreifend standardisiert werden, um sie besser analysieren zu können. Hierzu solle auch künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen, um Ähnlichkeiten und Muster in den Merkmalen der Datenpunkte zu erkennen und bekannte Ursachen auszuschließen. Hierfür seien zusätzliche Gelder für Forschung und Entwicklung nötig, insbesondere, da die auf Kriegsschiffen montierten Sensoren nicht für die Erfassung von UAP konzipiert seien.

Erste Reaktionen

Der Vizevorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Senats, Marco Rubio, kommentierte den Bericht wie folgt: “Dieser Bericht ist ein wichtiger Schritt zur Erfassung solcher Vorfälle, aber er stellt nur einen ersten Schritt dar. Das Veteidigungsministerium und die Geheimdienste haben viel Arbeit vor sich, bevor wir wirklich verstehen können, ob diese Luftraumbedrohungen eine ernste Besorgnis für die nationale Sicherheit darstellen.”

Resultat: UAP-Forschung des Pentagon wird aufgebohrt

Noch am Abend des 25. Juni äußerte sich ein Sprecher des Pentagon. Der Bericht der UAP Task Force habe gezeigt, welche Herausforderungen bei der Identifizierung von UAPs bestünden und klar gemacht, dass Richtlinien und Technologien verbessert werden müssten.

Die stellvertretende Verteidigungsministerin Kathleen Hicks erteilte darum dem Office of the Under Secretary of Defense for Intelligence and Security die Anweisung, “einen Plan zur Formalisierung der derzeit von der UAPTF durchgeführten Mission zu entwickeln”. Dieser Plan sieht vor, Melde- und Analyseverfahren über UAPs zu vereinheitlichen, Empfehlungen für die Sicherung von militärischen Testbereichen abzugeben sowie die Anforderungen an eine neue Abteilung zur Untersuchung von UAPs zu formulieren, und zwar im Hinblick auf Ausrichtung, Ressourcen, Personal, Befugnisse und Zeitplan für die Umsetzung.

vgl. https://www.defense.gov/Newsroom/Releases/Release/Article/2672732/statement-by-pentagon-press-secretary-john-kirby-on-unidentified-aerial-phenome/

Das US-Verteidigungsministerium nimmt den vorläufigen Bericht der UAP Task Force also zum Anlass, die eigene UAP-Forschung deutlich zu erweitern. Bislang bestand die Task Force auch nur aus zwei Mitarbeitern, die in Teilzeit an der Erstellung des Berichts gearbeitet hatten.

 

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