Chuck Schumer
Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer (Quelle: Senate Democrats - Flickr)

Im Gesetzentwurf ist die Rede von „Technologie unbekannter Herkunft“, „nicht-menschlicher Intelligenz“ und einem „Plan zur kontrollierten Offenlegung“.

von Robert Fleischer

Die Enthüllungen des früheren hochrangigen Geheimdienstmitarbeiters und Whistleblowers David Grusch (1) haben im US-Kongress zu einem weiteren brisanten Gesetzesentwurf geführt, der die Regierung zur kontrollierten Offenlegung ihrer Informationen über hochentwickelte Fluggeräte nicht-menschlicher Herkunft zwingen soll. Konkret handelt es sich um einen Änderungsantrag zum US-Verteidigungshaushaltsgesetz NDAA für das Jahr 2024 (2). Unterstützt wird das Gesetzesvorhaben von mächtigen Senatoren aus beiden politischen Lagern, darunter der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, sowie der republikanische Senator Marco Rubio. Wie die New York Times berichtet (3), zeichnet sich im US-Repräsentantenhaus ebenfalls Unterstützung für das Vorhaben ab. Wenige Tage zuvor hatte der republikanische Abgeordnete Tim Burchett dort einen ähnlichen Änderungsantrag eingebracht, der auf die Veröffentlichung von bislang geheimen UFO-Informationen der Regierung abzielt (4).

Der Begriff „nicht-menschlich“ taucht im Entwurf 14 Mal auf, die Wendung „Technologien unbekannter Herkunft“ sogar 15 Mal. Dass es hierbei tatsächlich um Fluggeräte nicht-menschlicher Herkunft geht und nicht etwa um mögliche Geheimtechnologie anderer Staaten, geht aus der Begriffsdefinition im Gesetz eindeutig hervor. So wird die Bezeichnung „Technologien unbekannten Ursprungs“ wie folgt definiert:

„Der Begriff „Technologien unbekannten Ursprungs“ bezeichnet alle Materialien oder Metamaterialien, Auswürfe, Trümmer, Mechanismen, Maschinen, Ausrüstungen, Baugruppen oder Unterbaugruppen, technische Modelle oder Verfahren, beschädigte oder intakte Luft- und Raumfahrzeuge sowie beschädigte oder intakte Hochsee- und Unterwasserfahrzeuge, die mit unidentifizierten anomalen Phänomenen in Verbindung stehen oder Wissenschaft und Technologie beinhalten, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen oder nicht von Menschen hergestellt wurden.“ (Hervorhebung durch den Autor)

„Unidentifizierte Anomale Phänomene“ (UAP) unterscheiden sich laut dem Gesetzesentwurf von gewöhnlichen Fluggeräten durch folgende Eigenschaften:

„(i) Sofortige Beschleunigung ohne scheinbare Trägheit.
(ii) Hyperschallgeschwindigkeit ohne thermische Signatur und Schallstoßwelle.
(iii) Transmedium (z.B. Raum-Boden und Luft-Unterwasser)
unterseeisch).
(iv) Positiver Auftrieb entgegen den bekannten aerodynamischen Prinzipien.
(v) Multispektrale Signaturkontrolle.
(vi) Physikalische oder invasive biologische Auswirkungen auf nahe Beobachter und die Umwelt.“
Der Begriff ‚unidentifizierte anomale Phänomene‘ schließt ein, was zuvor beschrieben wurde als
(i) fliegende Scheiben;
(ii) fliegende Untertassen;
(iii) unidentifizierte Lufterscheinungen;
(iv) unidentifizierte Flugobjekte (UFOs); und
(v) unidentifizierte versunkene Objekte (USOs).“

Auch die Bezeichnung „nicht-menschliche Intelligenz“ wird genau definiert:

„Der Begriff „nicht-menschliche Intelligenz“ bezeichnet jede empfindungsfähige, intelligente, nicht-menschliche Lebensform, unabhängig von ihrer Natur oder ihrem Ursprung, die für nicht identifizierte anomale Phänomene verantwortlich gemacht werden kann oder von der die Bundesregierung Kenntnis erhalten hat.“

„Die amerikanische Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, über Technologien unbekannten Ursprungs, nicht-menschliche Intelligenz und unerklärliche Phänomene zu erfahren“, erklärte Mehrheitsführer Schumer. Es gehe nicht nur um die Veröffentlichung bisheriger UFO-Erkenntnisse, sondern auch darum, „eine Pipeline für künftige Forschungen zu schaffen, die veröffentlicht werden können“. (5)

Die wichtigsten Eckpunkte des Gesetzesentwurfs:

  • Alle UAP-Unterlagen der US-Regierung sollen an einer zentralen Stelle gesammelt und aufbewahrt werden, die als „UAP Records Collection“ (UAP-Datensammlung) bezeichnet wird.
  • Alle UAP-Akten „sollten unverzüglich offengelegt werden“, damit die Öffentlichkeit über die „Verstrickungen der Regierung“ informiert werden kann.
  • Zu diesem Zweck soll ein „UAP Records Review Board“ (UAP-Prüfungsausschuss) gegründet werden, der darüber wacht, ob entsprechende Akten unverzüglich oder erst später veröffentlicht werden.
  • Spätestens 25 Jahre nach der Einordnung als „veröffentlichungsfähig“ sollen die Akten dann freigegeben werden.
  • Ein Aufschub der Veröffentlichung ist nur gestattet, wenn sich dadurch eine Bedrohung für die militärische Verteidigung, Geheimdienstoperationen, auswärtige Beziehungen der USA oder Quellen und Methoden ergeben würde, die das öffentliche Interesse an der Bekanntgabe überwiegt.
  • Als eine der wichtigsten neuen Bestimmungen soll ein „Enteignungsrecht über alle geborgenen Technologien unbekannter Herkunft und biologischen Beweise für nicht-menschlicher Intelligenz“ eingeführt werden, die sich möglicherweise im Besitz von Privatpersonen oder Körperschaften befinden.
  • Der „UAP-Prüfungsausschuss“ soll einen „Kampagnenplan zur kontrollierten Offenlegung“ von geborgener Technologie unbekannter Herkunft und biologischen Beweisen für nicht-menschliche Intelligenz erarbeiten.
  • Zur Ausführung des UAP Enthüllungsgesetzes sollen 20 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 bewilligt werden.

Warum dieser Gesetzesentwurf?

Begründet wird das Gesetz mit „glaubwürdigen Beweisen und Zeugenaussagen, die darauf hindeuten, dass es Aufzeichnungen der Regierung über anomale Phänomene gibt, die nicht klassifiziert oder einer obligatorischen Überprüfung zur Freigabe unterzogen wurden“. Es seien zum Teil Ausnahmeregelungen im Rahmen des Atomic Energy Act von 1954 sehr großzügig ausgelegt worden, um eine Veröffentlichung zu verhindern. Auch das US-Informationsfreiheitsgesetz habe sich als unzureichend erwiesen.

Die Senatoren sind offenbar überzeugt, dass es innerhalb bestehender Geheimprojekte derartige Technologie nicht-menschlicher Herkunft gibt, über die sie keine Kontrolle haben und diese zurückerlangen wollen. Wörtlich heißt es im Entwurf:

„Die Gesetzgebung ist notwendig, um eine angemessene Aufsicht über die Aufzeichnungen über nicht identifizierte anomale Phänomene durch gewählte Beamte sowohl in der Exekutive als auch in der Legislative der Bundesregierung wiederherzustellen, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes nicht gegeben war.“

So sollen etwa alle geborgenen Technologien unbekannter Herkunft und biologische Beweise für nicht-menschliche Intelligenz, die sich möglicherweise im Besitz von Privatpersonen oder Körperschaften befinden, dem UAP-Prüfungsausschuss „zur persönlichen Prüfung und anschließenden Entscheidung über die Offenlegung“ zur Verfügung gestellt werden.

Dasselbe gilt für den Zugang zu „allen Aussagen von Zeugen nicht identifizierter anomaler Phänomene, von Nahbeobachtern und von Mitarbeitern des Altprogramms sowie von Whistleblowern, die sich ab dem Datum des Inkrafttretens dieses Gesetzes im Besitz der Bundesregierung befinden“.

Zudem soll so eine „offene wissenschaftliche und technologische Forschung und Entwicklung“ gefördert werden, die zur Vermeidung „potenzieller technologischer Überraschungen im Interesse der nationalen Sicherheit und des öffentlichen Interesses unerlässlich ist“. Gemeint ist hierbei offenbar die Befürchtung, dass andere Länder ebenfalls über geborgene UFO-Technologie verfügen und diese schneller nachentwickeln könnten, als den USA dies unter den derzeitigen Bedingungen von abgeschotteten Geheimprojekten möglich ist.

Einordnung

Der US-Kongress nimmt die Aussagen des Whistleblowers David Grusch offenbar sehr ernst. Darauf deutet nicht nur die Tatsache hin, dass sie ihm seine Aussage mit einer Änderung des bestehenden Verteidigungshaushaltsgesetzes NDAA (2023) erst ermöglicht hatten (6). So spricht der Gesetzesentwurf auch von „Legacy-Programs“, also Altprogrammen, sowie von geborgener Technologie nicht menschlicher Herkunft – genau wie Grusch und die anderen Whistleblower berichtet hatten.
Sollte all dies der Wahrheit entsprechen – worauf im Moment alles hindeutet – so bahnen sich in naher Zukunft sensationelle Enthüllungen an, die das Potenzial haben, die derzeitige Weltordnung zu erschüttern. Genau darin dürfte auch das Motiv der Gesetzgeber liegen, einen Plan zur kontrollierten Offenlegung auszuarbeiten.
„Es gibt keinen Plan zum Informationsmanagement“, bestätigte mir der frühere Deputy Assistent Secretary of Defense for Intelligence, Christopher Mellon, noch im Herbst 2022, „aber vielleicht sollten die da oben mal darüber nachdenken, wie sie die Öffentlichkeit dazu bringen können, sich mit dieser Möglichkeit auseinanderzusetzen.“ (7)

Quellen:
(1) vgl. https://exopolitik.org/geborgene-ufos-die-enthuellungen-von-david-grusch-auf-einen-blick/
(2) vgl. https://www.congress.gov/amendment/118th-congress/senate-amendment/797/text
(3) vgl. https://www.nytimes.com/2023/07/13/us/politics/ufo-records-schumer.html
(4) vgl. https://amendments-rules.house.gov/amendments/BURCTN_024_xml%20(V2)230710161047270.pdf
(5) vgl. https://www.democrats.senate.gov/newsroom/press-releases/schumer-rounds-introduce-new-legislation-to-declassify-government-records-related-to-unidentified-anomalous-phenomena-and-ufos_modeled-after-jfk-assassination-records-collection-act–as-an-amendment-to-ndaa
(6) vgl. https://exopolitik.org/der-us-kongress-verabschiedet-bald-ein-ufo-whistleblower-gesetz/
(7) vgl. https://www.exomagazin.tv/christopher-mellon-streng-geheime-ufo-projekte/ ab TC 35:43

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